(11) Casares,N (1600) - Barton,D (2062) [C52]
Berkeley Marathon San Francisco, CA (1), 16.07.2004
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.b4 Diagram
'Bei dieser Eröffnung, dem "Evans-Gambit", benannt nach einem englischen Seekapitän, der sie um etwa 1840 herum aufgebracht hat, treffen wir ein Bauernopfer an. Es beruht auf dem Gedanken, einen Vorsprung in der Entwicklung zu erreichen und sich auf jeden Fall ein starkes Bauernzentrum zu bilden. Eröffnungen dieser Art nennt man "Gambite", eine Bezeichnung die vom italienischen "dare un gambetto" (ein Bein stellen) herrührt. Sie waren einstmals, d.h. zu Zeiten, in denen man nur darauf spielte, entweder zu siegen oder einer Übermacht zu erliegen, gang und gäbe. Heute hingegen werden sie nur noch selten gespielt, sie sind aber in den Händen eines erfindungsreichen Angriffsspielers immer noch eine scharfe Waffe.' 4...Bxb4 5.c3 Ba5 6.d4 [ 6.0-0 Diagram 6...Nge7 7.Ng5 d5 8.exd5 Nxd5 9.Nxf7 Kxf7 10.Qf3+ Ke6 11.Ba3 Bb6 12.Re1 Na5 13.Rxe5+ Kxe5 14.d4+ Ke6 15.g4 g6 16.Qe4+ Kf7 17.Bxd5+ Kg7 18.Be7 Re8 19.Qe5+ Kh6 20.g5+ Kh5 21.Bf3+ Bg4 22.Qg3 1-0 Morphy,E-Ford/New Orleans 1840/EXT 99 (22)] 6...exd4 7.Qb3 [ 7.0-0 d3 a) Es war Mayet gut bekannt, dass Weiss nach 7...dxc3 mit 8.Qb3 Qf6 9.e5 einen mächtigen Angriff in die Wege leiten kann.; b) Nach 7...d6 8.cxd4 Bb6 9.Nc3 besitzt Weiss ein starkes, bewegliches Bauernzentrum. (b) 9.h3 h6 10.Bb2 Nf6 11.e5 dxe5 12.Ba3 e4 13.Qb3 Qd7 14.Ne5 Nxe5 15.dxe5 Nh5 16.Rd1 Qf5 17.Bxf7+ Qxf7 18.Rd8+ Kxd8 19.Qxf7 1-0 McDonnell,A-Popert,H/England 1830/EXT 99 (19)) ; Die von ihm gewählte Fortsetzung ist jedoch nicht besser als die erste und zweifellos schwächer als die zweite, denn weder bringt sie was ein, noch fördert sie die Entwicklung.
8.Ng5 Nh6 9.e5 Nxe5?! Und darauf geht, wenn auch für drei Bauern, gar ein Springer verloren.
10.Re1 Qe7 11.f4! Bb6+ ( Möglicherweise hatte Mayet übersehen, dass er nach 11...Qc5+ 12.Kh1 Qxc4? 13.Rxe5+ entweder Material verliert, oder Matt wird: Nach 13...Kd8 steht der Königsläufer ein.( Schlecht ist ‹13...Kf8? wegen 14.Qe1! g6 15.Re8+ Kg7 16.Qe5+ f6 17.Qe7+ und Schwarz muss die Dame opfern, weil auf 17...Nf7 18.Rxh8 folgt mit Matt in wenigen Zügen, z.B.: 18...Kxh8 ( 18...Kh6 19.Rxh7#; 18...fxg5 19.fxg5) 19.Qf8#) ) Von nun an muss er auf die Kraft der drei Bauern hoffen, die er für die Figur erhält. Doch da die Bauern ihren vollen Wert nicht in einer Stellung wie dieser, sondern erst in vereinfachten Stellungen erhalten, ist diese Aussicht wenig beruhigend. Aus der vorangegangenen Erklärung ergeben sich bereits die Ziele der beiden Streitenden. Anderssen wird es darauf anlegen, die Entscheidung in einem heftigen Angriff herbeizuführen, den er mit einer Figur mehr spielen kann. Mayet wird dagegen einen mehrfachen Abtausch anstreben und zugleich seine Königsstellung so gut wie möglich sichern müssen.
12.Kh1 Nhg4 13.Nh3! d6 14.Bxd3 0-0 15.fxe5 Es ist im allgemeinen vorteilhaft, einen Stein nicht eher zu schlagen, als bis es notwendig wird. Das war aber jetzt der Fall geworden, denn Schwarz drohte nicht weniger als 15...Nxd3, 16.Rxe7 Ndf2+, 17.Nxf2 Nxf2, 18.Kg1 Nxd1+ mit Abschüttelung der Fesselstellung und einem gewonnenem Spiel. a) 15.Bd2?? Nxd3 16.Rxe7 Ndf2+ 17.Nxf2 Nxf2+ 18.Kg1 Nxd1+-+; b) 15.Bc2 Nf2+ 16.Nxf2 Bxf2 17.Re4 (b) 17.Re2 Bg4) 17...Bf5=/+; 15...Nxe5 16.Nf4 c6 17.Nd2 g5?! Indem Mayet seine Königsstellung schwächt, tut er gerade das Gegenteil dessen, was er tun sollte.
18.Qh5 f5?? Dieser neue Fehler schlägt dem Fass den Boden aus. ( Schwarz hätte seinen Springer auf e5 mit >=18...f6 überdecken müssen. Warum, das wird man gleich sehen.) 19.Bc4+! Jetzt ist sogar Weiss dazu bereit, eine Figur für drei Bauern herzugeben. Das aber nur deshalb, weil er nach der Abwicklung klar auf Gewinn steht. 19...Kg7 Mayet kann sich kaum noch wehren und wählt die beste der verbliebenen Möglichkeiten. Man prüfe folgende Varianten: a) 19...d5 20.Nxd5 cxd5 21.Bxd5+ Kh8 22.Nf3 Bc7 23.Bxg5 >=Qg7 a1) auf 23...Qd6 gewinnt 24.Nxe5 und 24...Qxd5? wäre ein Fehler wegen 25.Ng6+ Kg8 (a1) 25...Kg7 26.Qh6+ Kf7 27.Qxh7#) 26.Ne7+; a2) 23...Qd7 24.Nxe5 Bxe5 25.Rxe5; a3) 23...Qe8 24.Bf6+ Rxf6 25.Qxe8+ Kg7 26.Qg8+ Kh6 27.Qg5#; 24.Nxe5 Bxe5 25.Bh6+- und Weiss gewinnt.; b) 19...Kh8 20.Rxe5; 20.Nf3! Dass das hiermit verbundene Opfer vorzüglich ist, das zeigen uns die folgenden Züge. 20...h6 a) 20...Qf6 21.Nxg5 h6 22.Nfe6+ Bxe6 23.Nxe6+ Kh7 (a) 23...Kg8 24.Rxe5 d5 25.Bxh6) 24.Nxf8+; b) 20...Bd8 21.Nxg5 Qxg5 22.Ne6+ Bxe6 23.Bxg5+-; c) 20...gxf4 21.Bxf4 Bc7 22.Nxe5 dxe5 23.Rxe5! Qf6 (c) 23...Bxe5 24.Qh6+ Kh8 25.Bxe5+ Qxe5 26.Qxf8#) 24.Rae1+- mit Gewinnstellung.; 21.Nxe5 ( Sehr schön und eine Kleinigkeit präziser ist 21.Rxe5!? dxe5 22.Qg6+ Kh8 23.Qxh6+ Qh7 24.Ng6#) 21...Qf6 Wird einer der beiden Springer geschlagen, folgt ein Matt in drei Zügen. ( 21...dxe5 22.Qg6+ Kh8 23.Qxh6+ Qh7 24.Ng6#; 21...gxf4 22.Qg6+ Kh8 23.Qxh6+ Qh7 24.Ng6#) 22.Ng4! Anderssen, dessen Berechnungen sämtlich mit dem Matt abschliessen, ist jetzt gerne grosszügig. 22...fxg4 ( 22...gxf4 23.Re7+ Kh8 ( 23...Qxe7 24.Qxh6#) 24.Nxf6 Rxf6 25.Qe8+) 23.Re7+! 1-0 Anderssen,A-Mayet,C/Berlin 1851/EXT 99/[Eliskases/Schluricke] (23) ( 23.Re7+ Kh8 24.Ng6+ Qxg6 25.Qxg6+-) ] 7...Qe7 [ 7...Qf6 8.0-0 d6 ( 8...Nge7 9.cxd4 0-0 10.Bb2 d6 11.d5 Ne5 12.Nxe5 dxe5 13.f4 Bb6+ 14.Kh1 Qg6 15.Nd2 exf4 16.Rxf4 Bd7 17.Nf3 Qh6 18.Rh4 Qe3 19.Qc2 Ng6 20.Re1 Qf2 21.Qc3 f6 22.Rh5 Bg4 23.Rg5 Bxf3 24.gxf3 Bd4 25.Qxd4 Qxd4 26.Bxd4 fxg5 27.Kg2 Rfe8 28.e5 Rad8 29.Kf2 Nf4 30.Rb1 b6 31.d6+ Kf8 32.Bc3 cxd6 33.exd6 Rc8 34.Bxg7+ Kxg7 35.d7 Red8 36.dxc8Q Rxc8 37.Bb3 Rd8 38.Ke3 Kf6 39.Bc4 Ke5 40.h4 Ng2+ 41.Kf2 Nxh4 42.Re1+ Kf4 43.Re4+ Kf5 44.Re7 Rd4 45.Bg8 Rd3 46.Bxh7+ Kf6 47.Bxd3 Kxe7 48.Kg3 Kf6 49.f4 Nf5+ 50.Kf3 gxf4 51.Kxf4 Nd6 52.Bh7 b5 53.Bg8 a5 54.Ke3 Ke5 55.Kd3 Nf5 56.Bf7 Nd4 57.Bg8 Nc6 58.Kc3 Ne7 59.Bf7 Nd5+ 60.Kd3 Kd6 61.Kd4 Ne7 62.Kc3 Kc5 63.Kb2 Nd5 64.Bg8 Ne3 65.Bf7 Kb4 66.Bg8 Nc4+ 67.Kc2 a4 68.Bf7 Ne3+ 69.Kb2 a3+ 70.Kb1 Kc3 71.Be8 b4 72.Ba4 Kd2 73.Bb3 Nf5 74.Bg8 Nd4 75.Bf7 Nb5 76.Bb3 Nc3+ 77.Ka1 Kc1 78.Ba4 Ne2 79.Bb3 L. Bachmann: "Professor Adolph Anderssen", II Auflage, Ansbach 1914, p. 133. 1/2-1/2 Anderssen,A-Kolisch,I/Paris 1860/EXT 2002 (79)) 9.e5 dxe5 10.cxd4 exd4 11.Nbd2 Nge7 12.Bb2 0-0 13.Ne4 Qg6 14.Bd3 Bf5 15.Nh4 Qh5 16.Nxf5 Nxf5 17.f4 Rfe8 18.Rf3 Nb4 19.Ng5 Nxd3 20.Qxd3 Qg6 21.Rh3 Re3 22.Qb5 Rxh3 23.Qxb7 Re8 24.Nxh3 Bb6 25.Rf1 Ne3 26.f5 Qg4 27.Nf2 Qe2 28.Rb1 Nd1 0-1 Thompson,D-Morphy,P/New York 1857/EXT 2004 (28)] 8.0-0 Bb6 9.Bg5 [ 9.Ba3 Qf6 10.e5 Qg6 11.cxd4 Nxd4 12.Nxd4 Bxd4 13.Nc3 Bxc3 14.Qxc3 Ne7 15.Rad1 b6 16.Rfe1 Bb7 17.f3 Nc6 18.Bd3 Qh6 19.Bc1 Qh4 20.Re4 Qh5 21.g4 Qh4 22.e6 fxe6 23.Qxg7 0-0-0 24.Bg5 Qh3 25.Bxd8 Rxd8 26.Qf6 Rg8 27.Bf1 Qh5 28.Rxd7 Qc5+ 29.Kh1 Nd8 30.Rc4 Kxd7 31.Rxc5 bxc5 32.Kg1 Bd5 33.a3 Nc6 34.Bb5 Rb8 35.Ba4 Kd6 36.f4 c4 37.h4 Kc5 38.Qg7 1-0 Staunton,A-Loewenthal,J/Liverpool 1854/EXT 99 (38)] 9...Nf6 10.e5?! [ 10.Re1 d6 11.Bb5 0-0 12.Bxc6 bxc6 13.e5 dxe5 14.cxd4 e4 15.Nc3 Be6 16.Nxe4 Bxb3 17.Nxf6+ Qxf6 18.Bxf6 Bd5 19.Be7 Rfe8 20.Bc5 f6 21.h3 Rxe1+ 22.Nxe1 Bxc5 23.dxc5 Rb8 0-1 Runarsson,G-Doplmayr,F/Theme S4 corr 1998/Corr 2002 (23)] 10...Nxe5 11.Nxe5 [ 11.Nbd2 dxc3 12.Rae1 d6 13.Qxc3] 11...Qxe5 12.Bxf7+ Kf8 13.f4 [ 13.Bh4] 13...Qe2 14.Na3 d3+ [ 14...Ne4] 15.Kh1 d2 16.Bxf6 gxf6 17.Nc4 d6 [ 17...c6] 18.Nxd2 Diagram 18...Bf5 Preparing an important defense along the e8-h5 diagnol. [ The Davids and Nick seem to agree that 18...Qxd2 is "too dangerous." Fritz was disagreeing, let's see where he goes with this. 19.Bh5 d5[] ( Yikes! Fritz gives 19...Qxg2+ as second best! Of course there is a mate on f7.) 20.Rad1 Qe3[] Goldfarb gives 21.Rfe1 ( Fritz's 21.Qxd5 Qe6 seems to fizzle out. 22.Qd8+ Kg7) 21...Qc5[] and it appears Goldfarb is right. Actually, I'm not surprised, but I felt the need to verify with Fritz. 22.Rxd5 ] 19.Rae1 [ 19.Rad1 Bg4 20.Bd5 Qe3; MY GOD is white winning? 19.Nf3 Bc2 Diagram 20.Qd5 ( 20.Qe6 Qxe6) 20...Qe7 ( 20...c6 21.Qxd6+ Qe7 ( 21...Kxf7 22.Ne5+ fxe5 23.fxe5+ Bf2 ( 23...Ke8 24.Qe6+ Kd8 25.Rf7 Bf5[] Diagram ( 25...Qd3 26.Qe7+ Kc8 27.Qxb7+ Kd8 28.Qxa8#) 26.Qxf5 Qd2 27.Qf6+ Kc8 ( 27...Ke8 28.Qe7#) 28.Qe6+ Kb8 ( 28...Kd8 29.Qe7+ Kc8 30.Qxb7+ Kd8 31.Qxa8#) 29.Qe7 okay.. I'll admit to say that simply mate on b7 cannot be stopped with anything short of insane puter spite checks.) 24.Qf6+ Kg8[] ( 24...Ke8 25.Qxh8+) 25.Rxf2 Qh5[] ( 25...Bg6 26.Qe6+ Kg7 27.Qd7+ Kh6 28.Rxe2) 26.Qe6+ a) 26.Raf1 Qg6 (a) 26...Qe8 27.Rxc2) 27.Rxc2; b) 26.Rxc2 Rf8; 26...Kg7 ( The only legal alternative being 26...Qf7 27.Qxf7#) 27.Raf1 a) 27.Qe7+; b) 27.Rxc2; c) 27.Qd7+ Kh6 c1) 27...Kg8 28.Rxc2; c2) 27...Kg6 28.Rf6+ Kg5 29.Qd2+ Kh4 (c2) 29...Kg4 30.Qf4#) 30.Qf4+ Qg4 31.Rh6#; ; ) ) ; 19.Qd5] 19...Qxd2 20.Bh5 d5 21.Rd1 Qe3 22.Rfe1 Qxf4 23.Qxd5 Bg6 24.Qe6 Bxh5 25.Qe7+ Kg8 26.Rd7 Qg4 27.Qe6+? Qxe6 28.Rxe6 Re8 29.Rxe8+ Bxe8 30.Re7 Kf8 31.Re1 Kf7 32.h3 Bc6 33.Kh2 Re8 34.Rxe8 Kxe8 35.Kg3 Bd5 36.a3 Ba5 37.h4 Bxc3 38.Kf2 c5 39.g3 c4 40.Ke3 Bb2 0-1